Neurofeedback

 

Für Schüler/innen, die Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeitssteuerung haben, bietet das KinderBildungsZentrum kibiz das Neurofeedback als effektive Methode zur Verbesserung der individuellen Aufmerksamkeitsleistungen an. Das Verfahren eignet sich zum einen für Kinder, die unter ADHS leiden. Zum anderen kann es auch Kinder gezielt unterstützen, denen es - ohne dass eine Erkrankung vorliegt - schwer fällt, sich in der Schule oder bei den Hausaufgaben zu konzentrieren.

Untersuchungen der Universitäten in Tübingen und Nijmwegen zeigen, dass Neurofeedback eine wirksame Behandlungsmöglichkeit für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist. In einer Meta-Analyse aller bisher veröffentlichten Studien zum Thema konnten sie zeigen, dass Neurofeedback signifikante Effekte auf die Kernsymptome Impulsivität und Unaufmerksamkeit hat.

Neurofeedback, auch EEG-Biofeedback genannt, ist eine Methode, mit der die Aktivität des Gehirns beeinflusst werden kann. Beim Neurofeedback werden die Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) durch ein Computerprogramm in Echtzeit analysiert, in Frequenzanteile zerlegt und auf einem Computerbildschirm dargestellt. Bestimmte Frequenzen stehen dabei für verschiedene Aufmerksamkeitszustände. So treten bei Ruhe und Schlaf vermehrt Delta-Wellen auf. Theta-Wellen lassen sich bei Müdigkeit und Tagträumen beobachten. Konzentration und Aufmerksamkeit dagegen sind verbunden mit SMR- und Beta-Wellen.

Bei Störungen der Konzentrationsfähigkeit bzw. Aufmerksamkeit oder bei hoher Ablenkbarkeit gibt es oftmals ein Ungleichgewicht in den Frequenzbereichen. Das bedeutet, dass in diesem Fall einige Frequenzen stärker vertreten sind und andere zu gering. Die im Gehirnstrom ermittelte Frequenzverteilung, die vom Aufmerksamkeits- bzw. Bewusstseinszustand abhängig ist (zum Beispiel wach, schlafend, aufmerksam, entspannt, gestresst), kann mittels Neurofeedback trainiert werden. Den Kindern ist es dabei möglich, durch Rückmeldung des eigenen Hirnstrommusters eine bessere Selbstregulation zu erreichen. Im Prinzip handelt es sich dabei um einen Lernprozess, bei dem operantes Konditionieren eine große Rolle spielt.

Die Rückmeldung erfolgt durch ein Computerprogramm, das die Veränderungen registriert und ein vorher bestimmtes Ereignis startet oder wieder stoppt. Das Ereignis kann ein einfaches Spiel, ein Puzzle oder ein kleiner Film sein. Die Registrierung der Änderungen und die Rückmeldung werden in Echtzeit, d.h. in wenigen Millisekunden ausgeführt. Durch diese extrem schnelle Rückmeldung des Rückganges der Konzentrationsfähigkeit oder des Anstiegs der Konzentrationsleistung kommt es zu einem "Lerneffekt".

Das heißt: Frequenzbereiche, die als vorteilhaft bekannt sind, werden bei Auftreten belohnt, wie zum Beispiel SMR (Sensomotorischer Rhythmus) und Beta. Frequenzband-Amplituden, die als weniger vorteilhaft bekannt sind (wie zum Beispiel das niedrige Theta - typisch für Konzentrationsmangel - und high Beta - Stress, hektischer Gedankenablauf) werden unterdrückt bzw. es wird in diesem Fall belohnt, wenn sich die Amplitude verringert.